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Mi 13.12.2017 / 19:30 Uhr

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Jugendgruppe:

 

Einsatzgruppen:

 

Führungsdienst:

Mi 13.12.2017 / 19:30 Uhr

Gruppenführer-dienstbesprechnung

Atemschutzgeräteträger:

 

Wartungen/Pflege:

 

First Responder:

 

Arbeitskreis Fahrzeug:

 

Besuche seit dem 04.01.2012 

 

Die Geschichte der Fahrzeugbeschaffung

 

HLF 20/24

 

Als wir unsere Fahrzeugwünsche im Jahr 2005 an die Gemeindeverwaltung herantrugen und auf die zukünftige Ersatzbeschaffung für unser damals 26 Jahre altes Tanklöschfahrzeug erinnerten, wurden diese schon sehr ernst genommen. 

Dass auch andere Geräte in das Alter kamen wurde ebenfalls schon damals bedacht. Der Bürgermeister Karl-Philipp Ehrler lud deshalb zum 4.Januar 2006 KBR Helmut Wilfert und mich zu einem Gespräch am runden Tisch ein. Dabei wurde eine zukünftige Fahrzeugkonstellation, die Ausrüstung mit technischem Gerät und auch die Möglichkeit der Umrüstung von den bestehenden Atemschutzgeräten auf das modernere Überdrucksystem besprochen. 

Es wurde ein Zeitraster erstellt wie sich die Beschaffung dieser doch teuren Gerätschaften in Hinblick auf den Haushaltsplan verwirklichen lassen. In diesem Plan wurde die Beschaffung eines HLF20 für das Jahr 2011 terminiert. Ab diesem Januartag war das das immerwährende Gespräch bei der Wehr. 

Keiner von uns hatte zu diesem Zeitpunkt eine Ahnung welche Anforderungen an ein solches Fahrzeug gestellt werden müssen. Ich begann im Internet zu reschergieren. Die Norm für dieses Fahrzeug war noch jung und Fahrzeuge dieses Typs waren zu diesem Zeitpunkt im Landkreis Hof noch keine vorhanden. Zwei drei Kameraden beteiligten sich an der Suche nach Infos in Net und tauschen sich manchmal ganz belanglos aus. Irgendwann im Laufe des Jahres kam ich auf seine Seite einer kleineren Wehr in Hessen, die ein solches Fahrzeug beschafft hatten und einen fortlaufenden Bericht über diese Abwicklung und die Tätigkeit ihres Arbeitskreises eingestellt hatten.   

Ich fand diese Beschreibung und das Vorgehen so gut, dass ich vorschlug ebenfalls und vor allem rechtzeitig einen Arbeitskreis zur Beschaffung unseres HLF´s zu gründen. Die Meinungen der Kameraden gingen auseinander, auch wurde die Vorlaufzeit mit zu lang empfunden. Nichts desto trotz bildete ich einen Arbeitskreis der noch im gleichen Jahr, am 10. Dezember 2006, in Betrieb ging und  aus folgenden Kameraden bestand: 

Becher Christian und Thorsten 

Buchta Gerhard 

Gress Frank 

Köppen Phil 

Köppel Roland 

Petzet Ralf und Heinz 

Sachs Michael 

Scherdel Heribert 

Stöcker Björn  

Schwarzbach Heino ab 1.09.2008 

Böhm Jörg ab 16.07.2009 

 

Oberstes Ziel war von Anfang an, sich nicht gleich an die Hersteller zu wenden, sondern sich erst einmal ein Bild von ausgelieferten Fahrzeugen zu machen und mit den Feuerwehren über Sinn und Erfahrungen zu sprechen. 

Wir erstellten eine Prioritätenliste, die mit jeder Besichtigung von HLF`s überarbeitet wurde, so sammelten wir, wie man in Neudeutschen sagt beim Brainstorming gute Ideen – die wir schon jetzt angemerkt, bis zum Abschluss berücksichtigten. 

Unsere Exkursionen führten von Ludwigstadt bis nach Hohenlinden bei München und von Marktleuthen bis nach Waldbrunn in Unterfranken. 

Doch sehr gute Insiderinformationen erhielten wir in Hohenlinden bei Lentner, dort hatten wir die Möglichkeit mit einem Mitarbeiter von der Entwicklung zu sprechen der uns sehr wertvolle Tipps mit auf den Weg gab. Bereitwillig erläutere er die Beschränkung bei der Achslast, der Bereifung von verschiedenen Herstellern und warum eine von uns favorisierte Dynawattanlage nicht möglich sein wird. Das Vorbildfahrzeug und über den ganzen Zeitraum war für uns, das HLF aus Markt Schwaben. 

Bis Ende 2008 hatten wir alle in unserer Umgebung ausgelieferten Fahrzeuge besucht und begutachtet. Kontakt zu Herstellern hatten wir ausdrücklich bis zu diesem Termin nicht gewünscht. Wir wollten uns ohne Vorbehalte ein eigenes Bild von den Unterschieden der Bauweise, der Verarbeitung und der Ausführungen machen. 

Ende Oktober 2008 war für uns die Zeit reif, das Angebot von einem Vertriebspartners anzunehmen, uns über die Ausstattung und Anordnung und auch über die Maßnahmen bei der Ausschreibung unverbindlich und vor allem unter Ausschluss einer Fabrikatsbindung zu beraten. 

Sechs Stunden dauerte die abendfüllende Arbeitssitzung. Die Informationen waren überwältigend – aber auch nicht immer neu. Vieles deckte sich mit unseren bereits erarbeiteten Ergebnissen. 

In Januar 2009 hatte die Gemeindeverwaltung mit der Feuerwehrführung das erste gemeinsame Genehmigungsgespräch bei der Regierung von Oberfranken, mit Herrn Simon und Herrn Huger. Dort wurden die Eckpunkte der Genehmigung und die benötigten Ausnahmegenehmigungen besprochen. 

Ab diesem Zeitpunkt arbeitete der Arbeitskreis an der Fahrzeugausrüstung, Beladung und Ausstattung. Die Ausschreibung sollte in Eigenregie durchgeführt werden. Akribisch genau musste jeder Punkt jede Beladehalterung und jedes Beladungsstück beschrieben werden. Eine wochenlange ausgesprochen zeitintensive Arbeit. 

In der Zwischenzeit hatten wir Vorführungen von vier verschiedenen Herstellern vereinbart. Die Gemeinderäte wurden jetzt mit ins Boot geholt. Ziegler, Rosenbauer und Iveco stellten innerhalb von 4 Wochen ihre Fahrzeuge vor. Schlingmann sprang auf diesen Zug nicht auf.  

Ende September 2009 war die Leistungsbeschreibung fertig. Nun mussten die formellen Unterlagen durch die Gemeindeverwaltung erstellt werden. Thorsten Dietze, der geschäftsführende Beamte des Marktes Stammbach, hatte viel Arbeit vor sich. Doch unser gesteckter Terminplan wurde eingehalten. Die Ausschreibung konnte Ende des Jahres 2009 veröffentlicht werden. 

Die Submission brachte dann am 10. Februar 2010 das Ergebnis. Die Angebote wurden dann nach der vorher gestellten Punktebewertung nach einer Matrix bewertet. Das Ergebnis Fahrgestell und Aufbau Magirus auf Iveco und die Beladung von der Fa. Ludwig. 

Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Auftragsvergabe und Auftragsbesprechung in Weisweil waren ganz zeitintensive Unterfangen, die den Arbeitskreis forderten. Doch es wurde weggesteckt – sah man immer das Ziel vor Augen. 

Im Juni 2010 wurde dann noch die Interschutz in Leipzig besucht, um noch Änderungen ins neue Fahrzeug einfließen zu lassen. Die innovative LED Innen- und Rundumbeleuchtung hatten wir ja bei Magirus schon durchgedrückt, bei der Interschutz sollte unsere Version der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt. 

Ab der Interschutz wurde vorrangig am Beladeplan gearbeitet. Magirus war hier sehr kooperativ – Änderungen wurden von heute auf morgen auf Plänen geändert und neu erstellt, mehrmals! 

Immer wieder stellte sich heraus, dass wir im Werk in Weisweil einen guten Fürsprecher hatten, der in der Entwicklung und auch im Vertrieb einen guten Namen hatte. Hans Devineux, jetzt bei der Firma Furthner und Ammer, hat uns nach seinen ganzen Kräften unterstützt und beraten. Immer hatte er ein offenes Ohr für unsere Wünsche bei jeder Tages und Nachtzeit. Auch brachte er seine Erfahrungen, er ist als aktiver Gruppenführer in seiner Heimatgemeinde Bodenmais, bei uns mit ein. Manchmal hatte ich den Eindruck, er plant sein eigenes Fahrzeug mit so viel Herzblut und Initiative war er bei der Sache. 

Die Beladung wurde Mitte September von der Firma Ludwig abgerufen. Hier wurde auch überaus kooperativ gehandelt. Nach der Überprüfung auf Vollständigkeit durch uns, verpackte die Firma die Beladung wieder und organisierte den Versand. 

Im November 2010 war dann Rohbauabnahme. Das Fahrzeug konnte so gebaut werden wie wir es geplant hatten. Ein einziges Detail musste geändert werden, aber dadurch haben wir einen Leerraum gewinnen können. 

Überraschenderweise wurde der vereinbarte Liefertermin von Januar/Februar 2011 dann auf den 14. Dezember 2010 vorgezogen. So konnten wir das Fahrzeug am 14.12. die Fahrzeugeinweisung in Weisweil durchführen und dann das Fahrzeug am 15.12. nach Stammbach überführen. 

Mit diesem Zeitpunkt endete auch die Aufgabe des Arbeitskreises. 

Der Arbeitsaufwand für den Arbeitskreis waren für Besichtigungen und Sitzungen 954 Stunden, für die Erstellung von schriftlichen Unterlagen, Aufstellungen, Angeboten wurden 577 Stunden beaufschlagt, dies ergibt einen Gesamtaufwand von 1521 Stunden. 

Bedanken möchte ich mich auch in diesem Zusammenhang bei meinem Arbeitskreis, ohne dem wäre dieses Projekt HLF bestimmt nicht so erfolgreich abgeschlossen worden wie es jetzt sich darstellt. 

Bedanken möchte ich mich auch bei den liefernden Firmen bei der Firma Ludwig, vertretend durch den Herrn Friedrich bei der Firma Magirus vertreten durch die Firma Brunnbauer Herrn Mario Tauber. 

Und ganz besonders bei Hans Devigneux, der es sich nicht hat nehmen lassen, er hat die 300km nicht gescheut, bei unserer Fahrzeugübergabe anwesend zu sein. Ich glaube sagen zu dürfen es hat sich auch eine gute kameradschaftliche Bindung zwischen uns ergeben – wie sag man so schön, die Chemie hat gepasst. Er hat uns unterstützt hat bei der Aufstellung der Geräte und der Planung und er hat auch immer unsere Wünsche und Sorgen im Werk durchgedrückt, obwohl dies bei manchen Sachen gar noch nicht technisch möglich war. Und durch unsere Hartnäckigkeit, musste Magirus ein neues Beleuchtungskonzept erarbeiten, das dadurch auch in die Serie eingeflossen ist. 

Bedanken möchte ich mich auch bei den Familien der Mitglieder des Arbeitskreises, die uns immer haben ziehen lassen wenn es notwendig war. Denn ohne diese Rückendeckung wäre dies alles nicht möglich. Ich weiß es aus Erfahrung, wenn ich bis spät in die Nacht, Wochenlang am Computer Dateien und Listen geschrieben haben, wenn ich verlangt habe Brotzeit zu Sitzungen zu liefern und wenn auch schon wieder an einem Wochenende eine Besichtigungstour durchgeführt wurde. Die Rückendeckung war trotzdem da. Herzlichen Dank an meine Frau. 

Zum Schluss meiner Ausführungen möchte ich noch kurz auf die technischen Details unseres HLF eingehen. Ich will nicht jedes Beladungsteil erwähnen, aber doch diese, die nicht alltäglich sind. 

Einsatzzweck:

 

Unser Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20/24) ist schlichtweg ein "Alleskönner". Es kann sowohl zur umfangreichen Brandbekämpfung, als auch zu umfangreichen Technischen Hilfeleistungen eingesetzt werden. 

Technische Daten: 

-Fahrgestell: IVECO 150E 30 E5   17to abgelastet auf 15to 

-Single bereift 

-Motorleistung: 300 PS 

-Aufbau: Magirus 

-Löschwassertank 2.400 l 

-Schaummitteltank 120 l mit Schaummittel K 1% 

-zweistufige Feuerlöschkreiselpumpe 2.000 l bei 10 bar 

-Schaumzumischanlage FireDos mit 0,2 - 3 % Zumischrate 

Zusätzliche feuerwehrtechnische Beladung: 

-vier Überdruckatemschutzgeräte MSA Auer AirGo mit Ulta Elite im MA 

-zwei Rettungshauben RespiHood

-Wärmebildkamera Dräger UCF 7000 im Kfz-Lader 

-Gasmessgerät Dräger x-am 5000 

-Hipress 

-Schnellangriff Wasser und Schaum 30m mit Hohlstrahlrohr Leader Quadrafog 

-Wasserwerfer am Fahrzeugdach 1.200 l/min. mit ca. 70 m Reichweite 

-pneumatischer Lichtmast mit 6 Xenon-Scheinwerfern 24V 

-Hydraulischer Rettungssatz: Weber RS 170-105/SP 60/RZ 1-3/Schwelleraufsatz 

-Hooligan Tool 

-Mehrzweckzug zum Ziehen und Sichern von Lasten bis 3,2 t 

-Stromerzeuger 13 kvA Endress ESE 1304 

-Hochleistungslüfter Rosenbauer Fanergy V24 65.000 m³/h 

-Satz Hebekissen Vetter zum Heben von Lasten bis 24 t 

-Wassersauger Kärcher NT 611 eco 

-Strom- und Druckluftschnellangriff 

-Warn- und Umfeldbeleuchtung in LED-Ausführung 

-Akkuschrauber Bosch GSR 14,4V-li 

-Säbelsäge GSA 1200 E 

-Trennschleifer GWS 2000 

-Motorkettensäge MS 440 

-Rettungssäge MS 460 R 

-Schornsteinfegerwerkzeugsatz 

-Elektrowerkzeugsatz 

-Gerätesatz Absturzsicherung 

-Sperrwerkzeugkasten Türöffnungssatz 

-Unterbauklötze zum Sichern von Lasten 

-Rettungsbrett mit Fixierungen 

-Rettungsrucksack 

-drei Wathosen 

-Dichtkeile und Unterbauhölzer 

-zwei fahrbare Einpersonenhaspel zur Wasserförderung am Fahrzeugheck 

-Mobiler Rauchverschluss 

-Verkehrswarneinrichtung am Fahrzeugheck 

-Hygienewand und vieles vieles mehr 

 

Roland Köppel, Kommandant