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Besuche seit dem 04.01.2012 

Mitsubishi Pickup der Feuerwehr Bozen Abt. Gries

Die Geschichte der Fahrzeugbeschaffung und Bautagebuch

KdoW 10/1 VW Amarok

Im Sommer 2012 besuchte ich Südtirol - wie die vergangenen Jahre auch zuvor. Erich Egger, ein gut befreundeter, ehemals Kommandant einer Südtiroler Feuerwehr, stellte mir ein neues Fahrzeugkonzept in seiner Wehr vor:

Mehrere Pickups, u.a. beladen mit Geräten der techn. Hilfeleistung, mit hubschraubertransportfähigen Pumpen oder um einfach Material zur Einsatzstelle zu bringen, die nicht ständig auf einem Löschfahrzeug Platz finden, weil sie entweder zu unförmig sind oder weil man sie nicht so oft braucht, um diese ständig mit den Großfahrzeugen zu transportieren.

Dass diese Pick-ups auch geländegängig sein müssen versteht sich von selbst. Die Südtiroler Wehr setzt auf Mitsubishi. Nicht zuletzt, weil ein befreundeter Händler das erste dieser Fahrzeuge zu einem sehr günstigen Preis zur Verfügung stellte.

Eine Idee war geboren! Immer wieder dachte ich an diese Transportmittel. Noch dazu, mich dann auch unser Bürgermeister ansprach, nachdem unser TSF bei  einem Einsatz im unwegsamen Gelände "versank" verfolgte mich die Inspiration aus Südtirol. Dass wir in Stammbach jetzt nicht auf flugfähige Geräte umstellen, das dürfte aber schon klar sein. Aber auch in der vergangenen Zeit hat es sich oft gezeigt, dass eine Stützpunktwehr immer mehr für alle möglichen Einsätze gerüstet sein muss - im Vergleich der immer mehr zurückgehenden Aktiven die Feuerwehrdienst leisten. Deshalb muss ganz einfach auf Technik gesetzt werden, die Personal einsparen lässt. In diesem Fall kann ein solch kleineres Fahrzeug zu Personensuche in fast allen Geländeformen eingesetzt werden. Können Pumpen oder und Schläuche zu Bächen oder Teichen gebracht werden, die mit den Großfahrzeugen nicht erreicht werden können. Man kann Verletzte auch auf unwegsamen Gelände transportieren und vor allem muss dieses Fahrzeug auch einmal das TSF ersetzen wenn es nötig wird.

 

Der einzige Haken war aber das liebe Geld. Einen alten 4x4 Cruiser wollten wir nicht - eine Neuer war aber nicht drin. Wenn wir auf diesen Zug aufspringen sollten, wollten wir auch auf Qualität nicht verzichten - eigentlich sollte es deshalb auch ein Volkswagen Amarok werden.

 

Eines Tages meldete sich bei unserem Vorsitzenden ein Sponsor. Dieser hat uns in den vergangenen Jahren sehr viel unterstützt: Pumpen, Handschuhe, Gasmessgerät, WBK und vieles mehr, wurde von ihm mitfinanziert. Zuerst dachte ich an einen Scherz - als ich Auskunft geben sollte was unser Wunschfahrzeug kosten sollte - die Kosten für den Feuerwehrtechnischen Ausbau sollte der Feuerwehrverein übernehmen.

Am nächsten Tag erhielt ich die Zusage: Ein Jahreswagen der Firma Volkswagen Typ Amarok mit 163PS 4x4 und Anhängerkupplung mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,04to. in tornadorot steht in Leuna bei der Werksniederlassung Rudolph. Ich wusste nicht wie mir geschah.

 

Es wurde kontaktet. Mit Herrn Marcus Müller der Fa. Rudolph wurde ein Besichtigungstermin vereinbart. Gleich am nächsten Tag früh morgens ging´s los. Schön sah er aus, unser zukünftiger „Wolf“. Der Verkäufer war verhandlungsbereit, so konnten wir noch einen kleinen finanziellen Nachlass herausschlagen, Fußmatten und ein kleines Ebenbild 1:87 für unsere Feuerwehrfahrzeugsammlung waren auch noch machbar. Eine Fassgarnitur wurde oben drein noch zusätzlich in Aussicht gestellt!

 

Apropos Wolf: Das Wort Amarok kommt aus der Mythologie der Inuit, der kanadischen Eskimos und bedeutet eben „ein riesiger Wolf der alleine jagt“. Aus diesem Grund haben die Feuerwehrkameraden unserem Pickup gleich den Namen Wolf verpasst.

 

Aber es waren auch mehrere Vorgespräche mit dem Verwaltungsrat und mit dem Marktgemeinderat nötig, der diese Beschaffungsmaßnahme auch absegnen musste. Der Feuerwehrverein beteiligte sich mit einem stattlichen Betrag.  Innerhalb weniger Tage waren diese Hürden gemeistert und es standen der Abholung des Wolf´s nichts mehr im Wege. Im Vorfeld wurden schon die benötigten elektrischen Einrichtungen wie der Blaulichtbalken DBS 4000 LED, Sindersignalanlage Stadt-/Land-/Presslufthornsignalton, Frontblitzer, Umfeldbeleuchtung und Rückwärtswarnsystem organisiert.

 

Am 6. April 2013 holten wir das Fahrzeug in Leuna ab. Wie vorab vereinbart, lief die Fahrzeugübergabe reibungslos ab. Die versprochenen "Giveaways" wurden anstandslos mitgeliefert! So konnten wir zügig unseren Heimweg antreten. Nach einem kurzen Empfang am Gerätehaus , bei der auch unser Bürgermeister vorbeischaute, genoss der Wolf gleich ein ausgedehntes Vollbad um sich der Salzkruste zu entledigen. In den kommenden Wochen wird in Eigenregie aus dem zivilen VW Amarok ein Dienstauto für die Stammbacher Wehr.

Ist doch unsere Wunschvorstellung das Fahrzeug zum Hallenfest am 25./26. Mai der Bevölkerung vorstellen zu können und feierlich in Dienst zu stellen. Dieses wird ein ehrgeiziger Plan, den unser Gerätewart mit allen Mitteln einhalten und durchziehen will. Unsere tatkräftige Unterstützung hat er!

 

Keine Ruhe kehrte ins Gerätehaus in der Talstraße ein, wurde gleich das gute Stück noch am gleichen Tag vorbereitet um die Einbauten anzupassen. Als wichtigste Arbeit war die Stoßstangen in der üblichen weißen Feuerwehrlackierung auszuführen. Auch an der Elektronik wurde gefeilt, sollte der Wolf bei allen Einsätzen autark sein. Die Fahrzeugladeerhaltung wurde in 230 Volt-Einspeißung ausgeführt und mit einem elektronischen Regler versehen. So kann das Fahrzeug jederzeit mit Wechselspannung, sei es aus der Hausversorgung oder auch über Stromerzeuger, geladen werden. Um das Fahrzeug auch für die folgenden Einsatzjahre zu schützen wurde der Unterboden gründlich gereinigt und mit einer neuen Wachsschutzschicht versehen. Gleichzeitig wurde in der folgenden Woche die zusätzliche Hohlraumkonservierung eingebracht. Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Am 18.04. wurde die gesamte Beklebung, bis auf die Konturmarkierung, aufgebracht - sollte dieses Fahrzeug auch das "Stammbacher Design" erhalten.

 

Am den nächsten Tagen war unser Gerätewart gefordert: Alle vorbereiteten elektrischen Komponenten mussten verlegt und angeschlossen werden. Bedienpanel,  Frontblitzer, Funkantenne, Warneinrichtung und die Sondersignallautsprecher wurden an diesem Abend ein-bzw. aufgebaut und zu Verkabelung vorbereitet. 

Am Wochenende 20. und 21. April wurde die Installation der elektrischen Einbauten abgeschlossen - so konnte dann das Fahrzeug am darauffolgenden Dienstag zugelassen werden. Die Abnahme erfolgte dann  beim TÜV-Süd in Hof. Hier wurde uns beste Arbeit bescheinigt und es wurden keine Mängel an den Einbauten festgestellt. Alles wurde ordnungsgemäß angeschlossen bzw. unfallverhütungsmäßig eingebaut. So wurden anschließend die neuen Fahrzeugpapiere im Landratsamt erstellt und alle Sondereinbauten in die Papiere übernommen.  

 

Gleich am nächsten Tag wurden die Konturmarkierungen aufgebracht. Ähnlich wie bei den Polizeifahrzeugen wurden auf die "Strichmarkierung" zurückgegriffen.

 

Um nun das leidige Thema, originale Kotflügelverbreiterungen abzuschließen, wurde nach Alternativen gesucht. Unsere Vorbildfahrzeuge hatten diese Kunststoffschützer zwar alle verbaut, aber für uns hätte dies einen Kostenaufwand von fast  1000.- € bedeutet. VW verbaut diese "Kunststoffaufsätze" erst ab einer bestimmten Fahrzeugausstattung. Wir einigten uns darauf, nur die Konturen der Kotflügel zu lackieren. Dies hatte zwar den Nachteil dass ein gewisser Steinschutz fehlt, aber die bessere Sichtbarkeit des Fahrzeuges bei Dunkelheit steht in Vordergrund und ist deshalb gegeben.

 

Dass auch auf altbewährte Fahrzeugausstattung zurückgegriffen werden kann, hat gezeigt dass die Gerätekiste aus dem TLF auf unseren Wolf Verwendung findet. Die damals sehr aufwändig gestaltete Dachbox passt wie angemessen auf die Ladefläche. Mit Gummifüssen versehen und mit Schraubverschlüssen verzurrt, dient diese Alukiste als "Kofferraum" für zusätzlicher Laderaum. Feuerlöscher, Absperrmaterial, Rüsthölzer werden vsl. darin Platz finden. Innerhalt kürzester Zeit kann diese bei Bedarf entfernt werden.

 

Am Wochenende des 11. Mai kam der Wolf mit lackierten weißen "Bäckchen" von der Lackiererei zurück. In der darauf folgenden Woche wurde die Konturmarkierung noch ergänzt und die Marktwappen aufgeklebt. Für die Zukunft wurde dann noch eine Bilderserie aufgenommen, um Aufnahmen für unser Archiv zu fertigen.

So schloss sich der Reigen eine Woche vor der Fahrzeugübergabe, nach sechs Wochen intensivster Umbauarbeiten - aus dem zivilen Fahrzeug wurde ein doch anschauliches und funktionelles Feuerwehrfahrzeug!

 

Schließlich wurde das Fahrzeug am 25. Mai 2013 im Rahmen einer Feierstunde unter großem Anteil der Bevölkerung, den Führungsdienstgeraden KBR Reiner Hoffmann, KBM Jürgen Günther, Bürgermeister Karl Philipp Ehrler, Pfarrerin Susanne Sahlmann, Abordnungen der befreundeten Wehren und den Vertretern der örtlichen Banken die Wehr und den Einsatzdienst übergeben. Alle wünschten der Mannschaft allzeit gute und vor allem unfallfreie Fahrt.

 

 

Vielen Dank an den anonymen Spender, für die Finanzierung des Jahreswagen!

Vielen Dank an die Gemeindeverwaltung, Gemeinderat und dem Bürgermeister Karl Philipp Ehrler! 

Vielen Dank an Herrn Marcus Müller, der Firma Rudolph, Leuna, für das Entgegenkommen!

Vielen Dank an die Fa. Ludwig, Herrn Friedrich und die Firma Hänsch an die schnelle Lieferung der Warneinrichtung!

Vielen Dank an alle Helfer der Feuerwehr Stammbach, die tatkräftig mitgearbeitet haben - besonders an unseren Gerätewart Heino Schwarzbach!

  

Roland Köppel, Kdt.